Mittwoch, 9. August 2017

Reaktionen auf die geplanten Logistik-Ansiedlungen in Henstedt-Ulzburg – Ausschuss diskutiert Handlungsoptionen



Wie soll die Gemeinde auf die drohenden zusätzlichen Verkehrsmengen (Lkw und Pkw), die aus Logistikansiedlungen in Henstedt-Ulzburg resultieren, insbesondere auch unter Berücksichtigung der angekündigten "Streckensperrungen" seitens Rewe, reagieren?

Der Ausschussvorsitzende Dirk Schmuck-Barkmann (CDU) benannte während der Sitzung des Ausschusses für Verkehr und Umweltschutz die aus seiner Sicht wesentlichen Aspekte, u. a.

- Entwicklung eines überregionalen Verkehrskonzeptes mit den Nachbargemeinden

- Planungen einer Umgehungsstraße, ausgehend vom Graff-Kreisel (siehe Karte unten)

- Forcierung des A20 – Weiterbaus

- Umgang mit der Wesselkreuzung

- Umgang mit der geplanten Streckensperrung für Rewe-Lkw in Henstedt-Ulzburg

Bürgermeister Wisch bezog zunächst Stellung zu einzelnen Punkten:

Die Umgehungsstraße ab Graff-Kreisel sollte aktuell ausgeklammert und separat behandelt werden. Das sei ein langfristiges Projekt, mit hohen Kosten und vielen beteiligten Ämtern und Nachbargemeinden zu besprechen und zu entwickeln.

Die von Rewe zugesagten Straßensperrungen seien nicht zu kontrollieren. „Wer soll das machen?“

Der Ausbau der Gutenbergkreuzung werde weiter ohne Rücksprache mit Kisdorf geplant, obwohl Kisdorfer Gemeindegebiet betroffen sei.

In Bezug auf die Ansiedlung von Netto sei die Gemeinde als Nachbar im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung nicht einmal gehört oder um eine Stellungnahme gebeten worden.

Er rechnet insgesamt eher mit 140-160 Lkw-Bewegungen pro Tag in Kisdorf, ausgelöst von Rewe und Netto. Rewe nennt für Kisdorf 58 tägliche Lkw-Bewegungen (und 414 Pkw-Bewegungen), für Netto liegen bis zum heutigen Tage keine konkreten Zahlen für Kisdorf vor.

Man verständigte sich im ersten Schritt darauf, dass das Thema während der nächsten Nachbarschaftsausschusssitzung mit Henstedt-Ulzburg ausführlich diskutiert und die Gemeinde ihre Bedenken und Forderungen formulieren wird.

Dr. Seeger (FDP) wollte in Bezug auf die Umgehungsstraße keine Zeit verlieren und mit den Gesprächen und Planungen sofort beginnen. Für die Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am 15.08.2017 kündigte er für den betreffenden Tagesordnungspunkt einen entsprechenden Antrag an.

Beginn einer potenziellen Umgehungsstraße



Vor dem Hintergrund der abzusehenden verkehrlichen Mehrbelastung beantragte Dieter Maßmann für die nächste Ausschusssitzung den Tagesordnungspunkt „Umbau der Wesselkreuzung“ aufzunehmen und erneut zu beraten.

Hier gilt derzeit folgende Beschlusslage: Der Beschluss zum Umbau in einen Kreisverkehrsplatz wurde von der Gemeindevertretung am 11.06.2014 mit 10 : 7 Stimmen bestätigt, zuvor hatte der damalige Verkehrsausschuss am 13.05.2014 mit 5 : 4 Stimmen folgenden Beschluss auf Antrag des SPD gefasst: 
„…die Gemeindevertretung möge den Beschluss vom 29.05.2008 widerrufen und den Umbau der Kreuzung ablehnen, weil die Kreuzung ausreichend dimensioniert und sicher ist. Weiterhin wollen wir keine Einladung für zusätzliche Verkehre aussprechen.“ 

Der Umbau sollte eigentlich schon abgeschlossen sein, allerdings fehlen dem Land personelle Planungskapazitäten. Da die Gemeinde bzw. das Amt Kisdorf diese Aufgabe bisher nicht übernehmen konnte und wollte, der Kreis Segeberg ebenfalls nicht, ruht der Prozess. Vielleicht ein Omen für die erneute Diskussion.